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Karl Schmidt-Rottluff

"Sommernachmittag am Seeufer (Lebasee)", 1940

Aquarell auf Papier

50 x 69,5 cm / gerahmt 77 x 96 cm  ″

unten rechts signiert „SRottluff”
unten Mitte halblinks bezeichnet „40-3”
Expertise Christiane Remm vom 26. März 2018,
Karl und Emy Schmidt-Rottluff Stiftung, Berlin

- mit Modellrahmen und spiegelfreiem, UV absorbierendem Glas -

N 9330

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Über das Werk

Ein Bild von strahlender Farbigkeit in einer für den Künstler dunklen Zeit: Denn die Jahre 1933 bis 1945 bedeuteten für den als "entartet" diffamierten Maler Karl Schmidt-Rottluff eine schwierige Lebens- und Arbeitsphase. Vom NS-Regime unterdrückt, verfolgt und ins Abseits gedrängt, suchte er den Ausweg im Rückzug in die selbstgewählte sogenannte "innere Emigration". In der stillen Abgeschiedenheit des kleinen Fischerdorfes Rumbke am Lebasee im äußersten Hinterpommern fand Schmidt-Rottluff einen Ort der Zuflucht und Inspiration. Hier verbrachte der Naturliebhaber zusammen mit seiner Frau Emmy von 1932 bis
1943 alljährlich die Sommermonate. Angst und Isolation, aber auch der unbedingte Wille zum Durchhalten und künstlerischen Überleben prägten jene Jahre. Die belastenden äußeren Verhältnisse führten im Schaffen zu einem deutlichen Rückgang der Gemäldeproduktion, stattdessen dominierte nun die Aquarellmalerei. Landschaftbeobachtungen und Naturwahrnehmungen bilden zusammen mit Stillleben den motivischen Schwerpunkt dieser Werkphase.
Das vorliegende großformatige Aquarell vom Sommer 1940 offenbart beispielhaft Schmidt-Rottluffs unbeirrtes Festhalten an seiner expressionistischen Bildsprache. Mit einer vitalen, von gesteigerten Farbkontrasten, kühnen Formvereinfachungen und lockerem Pinselgestus geprägten Darstellungsweise verweigerte er sich
eindrucksvoll der rigiden Kunstdoktrin der Nationalsozialisten. Expressive Lebendigkeit und das starke emotionale Erlebnis der von Licht, Luft und Wärme eines klaren Sommertages durchdrungenen einsamen Naturszenerie sprechen kraftvoll aus dem Blatt. Weiterhin vertraute Schmidt-Rottluff auf die formbildende Energie der Farbe als zentrales Ausdrucksmittel seiner Malerei. Bewegte Konturierungen der Farbflächen mit schwarzer Tusche intensivieren ganz wesentlich die glühende Leuchtkraft des Kolorits. Nicht zuletzt durch ausdrucksgeladene Aquarelle wie "Sommernachmittag am Seeufer" signalisierte Karl Schmidt-Rottluff sein Beharren auf individuellen schöpferischen Ausdrucksweisen. Er blieb sich selbst treu und suchte in Leba den geistigen Halt im Malen der unberührten Natur am äußersten Rand der furchtbaren politischen Geschehnisse.
(Andreas Gabelmann)


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