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Otto Modersohn

"Winterabend an der Wümme", 1933

Öl auf Leinwand

47,5 x 69 cm / gerahmt 70 x 80 cm  ″

unten links signiert, datiert "O Modersohn 33"
rückseitig älteres Gemälde: "Sommertag an der Wümme", um 1929
unten links signiert "O Modersohn"
Expertise Rainer Noeres vom 31.05.2018,
Otto Modersohn Museum, Fischerhude

- in Modellrahmen -

N 9331


Über das Werk

Vier Jahre nachdem er "Spätsommertag an der Wümme" gemalt hatte, nimmt sich Otto Modersohn wieder das Bild zur Hand, spannt die Leinwand um, grundiert die vormalige Rückseite und malt darauf „Winterabend an der Wümme”. Der Gebrauch älterer Bilder ist im Spätwerk Otto Modersohns kein Einzelfall und deshalb auch nicht ungewöhnlich. Manchmal wird das ältere Bild übermalt, also ungültig, d.h. unsichtbar gemacht und manchmal bleibt es, wie in diesem Fall, als für ihn künstlerisch gleichwertig bestehen. Der Käufer eines solchen Bildes bekommt also zwei Bilder zum Preis von einem, und kann bei wechselseitiger Hängung, sich an der Vorderseite und dessen Rückseite erfreuen, wie in diesem Fall ganz nach der eigenen, jahreszeitlichen Gestimmtheit im Spätsommer und Winter.
Das spätsommerliche Wümmebild zeigt den noch unbegradigten alten Flusslauf des Nordarms an der Bredenau in einer Breite, wie er heute nicht mehr existiert. Meisterhaft erfasst Otto Modersohn die Spiegelung des dichten, baumbestandenen Ufers mit nur wenigen Durchblicken auf nahe Gehöfte. Die Bäume werden von der späten Sonne sanft illuminiert und in ihrer Farbigkeit gesteigert. Die Malerei zeigt einen energischen, fast expressiven Pinselstrich, wogegen die farbige Gestimmtheit des Bildes sich ganz dem Eindruck der natürlichen Erscheinung verpflichtet. Es ist ein, für die Zeit der späten 1920er Jahre, sehr typisches Bild, das den Umbruch zum Spätwerk noch nicht ahnen lässt.
Das Bild "Winterabend an der Wümme" steht am Beginn des Spätwerks. Gerade die in dieser Zeit entstehenden Gemälde zeigen seine Inspiration durch Pieter Breughel d. Ä., dessen Winterbilder im Kunsthistorischen Museum in Wien (die er allerdings nur von Abbildungen kannte) die ihn sehr beeindruckt haben. In den Jahren 1930 bis 1936 verbringt er die Frühjahrs-, Sommer- und Herbstmonate am Gailenberg bei Hindelang, wo er seit 1930 einen alten Bergbauernhof besitzt. Die Wintermonate verbringt er weiterhin in Fischerhude. Deshalb die Auffälligkeit der vielen Winterbilder mit Fischerhuder Motiven aus diesen Jahren. Auch in diesem Bild bringt die sinkende Abendsonne die Farbe ins Bild. Es ist auf Warm-Kaltkontrasten aufgebaut. Buschwerk, Bäume und der Giebel des Böseschen Hauses werden vom Licht in kräftige Rottöne getaucht, der Himmel ist ebenfalls rötlich gefärbt. Durchsetzt wird diese warmtonige Bildzone durch das Hellblau der beschneiten Dächer. Die kaltblaue Eisfläche des Vordergrundes wird durch schwarze und weiße Enten in spiegelnden Taupfützen und einer einsam gleitenden letzten Schlittschuhläuferin belebt, die sich auf das schon tauende Eis gewagt hat. Rechts eines der für den Ort typischen Entenhäuser, das den Vögeln am Abend Unterschlupf bietet. Das Bild zeigt den Ort im ganz eigenen Winterzauber, der sich den offenen Augen seiner Besucher auch heute noch an solchen Tagen fast unverändert erschließt.
(Rainer Noeres)
 


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