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Erich Heckel

"Fördelandschaft", 1954

Lithographie

29,8 x 39,2 cm / gerahmt  ″

unten rechts signiert, datiert „Heckel 54”
Annemarie und Wolf-Dieter Dube: Erich Heckel, Das Graphische Werk,
Ernst Rathenau New York, Band II, WVZ-Nr. 362 II
mit schwarz-weiß-Abbildung Seite 38

N 9343


Über das Werk

Bei der vorliegenden Lithographie handelt es sich um die motivgleiche Umsetzung des Gemäldes "Küstenlandschaft" von 1949. Dargestellt ist das Steilufer bei Osterholz an der Flensburger Förde, wo Erich Heckel seit 1913, mit Ausnahme der Kriegsjahre, regelmäßig bis 1939 in seinem dortigen Haus die Sommeraufenthalte verbrachte. Während das erwähnte Gemälde bei einem der letzten Besuche in Osterholz entstand, schuf Heckel die als "Fördelandschaft" bezeichnete Lithographie 1954 mit zeitlichem Abstand dazu als eine Art Erinnerung an die glücklichen Tage in seinem Domizil an der Ostsee. Im Verlauf seines Schaffens hat Heckel seit den 1910er-Jahren bei der Motivfindung für Holzschnitte, Lithographien und Radierungen immer wieder auf zuvor entstandene Gemälde oder Aquarelle zurückgegriffen.
Zu den Besonderheiten des Blattes zählt, dass in diesem Fall das Sujet des Gemäldes in seitenrichtiger Form in das Medium der Druckgraphik übertragen wurde. Mit der Technik der Lithographie wählte Heckel zudem ein Verfahren, das in seiner Aussage und Wirkung der Malerei am ehesten entspricht. Gleichwohl erfahren die formalen Strukturen der rauhen Küstenlandschaft in der druckgraphischen Variante eine wesentliche, kontrastreiche Steigerung. Gegenüber dem Gemälde erzielte Heckel in der Technik des Steindruckes eine fast dramatische Atmosphäre.
Die Lithographie erschien 1954 in einer größeren Auflage von insgesamt 568 Exemplaren für die "Griffelkunst-Vereinigung" in Hamburg. In der Verarbeitung eines Gemälde-Motivs in die Druckgraphik verdeutlicht sich, dass es Heckel bei seinen Auflagendrucken nicht in erster Linie darum ging, einen aktuellen Eindruck künstlerisch zu verarbeiten. Wichtiger war ihm die aus gegebenem Anlass - hier der Wunsch der 1925 in Hamburg gegründeten und noch heute aktiven "Griffelkunst-Vereinigung" - vorgenommene Auswahl eines bewährten Sujets, das er für die ausdrucksstarke Umsetzung ins druckgraphische Medium und für die größere Verbreitung, zumal in der norddeutschen Region, für geeignet hielt. So entschied er sich für ein typisch nordisches Motiv.
(Andreas Gabelmann)


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