Otto Piene

"Es brennt", 2009

Öl und Rauch auf Leinwand

30 x 40 cm / gerahmt 38 x 48 cm  ″

rückseitig auf der Leinwand signiert, datiert, betitelt
"Piene (eingekreist) ‚09’ "Es brennt" "

N 9370


Über das Werk

Mit seinen Werken erschuf Otto Piene meist eine optimistische, in die Zukunft weisende Kunst. Für ihn war die Welt Licht. Das Wesen der Welt, das, was die Welt ausmacht, ist Licht.  Seine vollkommen neuartige Kunstsprache, die er in den 1950er und 1960er Jahren im Umfeld der von ihm gemeinsam mit Heinz Mack gegründeten Künstlergruppierung ZERO entwickelt hatte, brachte ihm bereits 1964 eine Gastdozentur an der University of Pennsylvania ein. Von 1968 bis 1971 war Otto Piene Fellow am Center of Advanced Studies (CAS) am Massachusetts Institute of Technology (M.I.T.) in Boston. Seit 1972 hatte er zudem eine Professur für Visual Design of Enviromental Art am Massachusetts Institute of Technology in Cambridge, Massachusetts, inne. Von 1974-1976 war er hier Direktor.
In den USA entwickelte Otto Piene das Konzept der so genannten "Sky Art", die als ein Pendant zur "Land Art" gesehen werden kann. Originäre künstlerische Ideen sollten nicht mehr nur an die engen Räume von Museen, Galerien und Ateliers gebunden sein, vielmehr verlockte die Weite der natürlichen und urbanen Landschaft immer mehr Künstler, ihre Werke direkt in das gesellschaftliche Umfeld zu positionieren. "Land Art" verwandelt geografische Räume in Kunstwerke und oftmals auch in architektonische Konstrukte und verschreibt sich damit auch einer romantischen Komponente. Die "Sky Art" dagegen basierte und profitierte stets auch von den wissenschaftlich-technischen Erkenntnissen, die am renommierten M.I.T. in Boston gemacht wurden. Damit ist die künstlerische Position Pienes stets verbunden mit den allgemeinen gesellschaftsreflektierenden Diskussionen, die im Nachhall des 2. Weltkrieges in den 1960er-Jahren immer noch die gesamte westliche Welt bestimmten. Otto Piene ließ in diesem Zusammenhang beispielsweise im Rahmen der Abschlussfeierlichkeiten der Olympischen Spiele 1972 nach dem tödlichen Anschlag auf die israelischen Sportler als Zeichen der Hoffnung einen Regenbogen aus Heliumschläuchen in die Lüfte steigen.
Auch seinen Arbeiten mit dem Medium Feuer ist die Erneuerung zu eigen. Denn obwohl ein Feuer zunächst zerstörerisch wirkt, setzt nach der Vernichtung des Alten auch wieder die Entstehung des Neuen ein. In der Arbeit "Es brennt" aus dem Jahr 2009 unterteilte Otto Piene mit Hilfe eines Feuerstrahls die Leinwand, Aschepartikel bilden die Trennung der oberen zur unteren Bildhälfte, was gleichsam eine Horizontlinie evoziert. Hier steht das Bild als Zeichen für Landschaft, für Welt im Allgemeinen. Das intensive Rot veranschaulicht die Kraft des Feuers und kann auch als Versinnbildlichung von Anfang und Ende, von Zerstörung und Neubeginn verstanden werden. Durch den Titel gewinnt das Werk Otto Pienes aus dem Jahr 2009 zudem einen direkten Handlungsauftrag und ist damit vielleicht aktueller denn je, denn … es brennt.
(Andrea Fink)


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