Verborgen 3

Günther Uecker

"Verborgen 3", 2007

Kimonostoff, Kunstoff, Acryl, Nägel auf Holz

42 x 63 x 6,5 cm

betitelt, signiert, datiert

N9055


Über das Werk

(...) Die Werke "Verborgen 2, 3 und 5" gehören zu einer insgesamt 12-teiligen Werkgruppe, die Günther Uecker 2007 in der Folge seiner (in der Zeit zwischen 1984 und 2007) zahlreichen Besuche in Japan geschaffen hat. Zudem erscheint es auch wichtig zu erwähnen, dass der Künstler sich bereits seit den frühen 1950er Jahren intensiv mit dem japanischen Zen-Buddhismus auseinander gesetzt hat. Somit sollte auch sein künstlerisches Tun nicht vollkommen losgelöst von dieser grundsätzlichen Lebenshaltung gesehen werden. "Nach sechsmaligem Aufenthalt in diesem Land, nach vielmaligen Besuchen von heiligen Stätten, nach tiefem Eintauchen in die Sprache und gestische Ausdrucksweisen der Menschen hier, versuche ich in einem Kalendarium diese über Jahre in mir aufgenommenen Eindrücke bildnerisch zu formulieren." Die mit dem Stoff verschiedener Kimonos bespannten Holzplatten werden in der Werkgruppe "Verborgen" mit Acryl und Nägeln bearbeitet. Das Bild gibt hier seinen Inhalt nicht leichtfertig preis, vielmehr verdecken teilweise Farbe und Nägel das Muster der Kimonostoffe. Die Nägel werden zwar in dem Bildträger fixiert, in der Folge aber umgebogen und bedecken dadurch denselben, wobei sich zwei bis drei Nägel stets überschneiden und damit an dem jeweiligen Schnittpunkt eine materielle Verdichtung bilden. Uecker nennt diesen Prozess übernageln. "Das Verborgene wird im Bild, in meiner Arbeitsweise - unalphabetischer Ausdruck. Bedecktes, Verhülltes bleibt als Geheimnis bewahrt durch Übernageln." Das Geheimnis des Bildes bleibt verborgen. Obwohl die serielle Anlage der Werkgruppe zu Vergleichen zwischen den jeweiligen Arbeiten einlädt, bietet jedes Werk durch die unterschiedlichen Stoffe einen bildnerischen Wert an sich. Es ist somit nicht in Worten erklärbar, was sich hinter der Bildoberfläche verbirgt. "Nichts ist aufzublättern, nichts zu erkennen, was sich hinter den Stoffen, den Kleidern, den Kimonoteilen befindet, das Obere bedeckt das Darunterliegende." Auf der Suche nach dem Inhalt des Werkes ist es zwecklos die Schichten des Bildes zu analysieren, allein das sich Einfühlen in den Gegenstand kann uns zum Verständnis führen. Der große japanische Zen-Meister D. T. Suzuki (1870-1966) führte dazu aus: "Die Methode des Zen besteht darin, in den Gegenstand selbst einzudringen und ihn sozusagen von innen zu sehen." Bei Günther Uecker bedeckt "das mit Nägeln durchtriebene, festgenagelte Äußere [...] das Verborgene, Versteckte, geschichtete Bildmaterial."
(aus dem Text von Andrea Fink-Belgin)


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