Gewitter über dem Rosengarten bei Bozen
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Max Slevogt

"Gewitter über dem Rosengarten bei Bozen", 1914

Öl auf Leinwand

54 x 74 cm / gerahmt 77 x 96 cm

unten rechts signiert, datiert "Slevogt 1914"

- mit Modellrahmen -

N9185


Über das Werk

Weit reicht der Blick über Wiesen, Bäume und eine dunkle Hügelkette auf dramatisch umwölkte Berge im Hintergrund. Mit lebhaft bewegtem Pinselduktus und kraftvoller Farbgebung hat der Maler Max Slevogt diese reizvolle Landschaftskulisse in den Südtiroler Alpen bei Bozen festgehalten. Dominiert wird jene Region vom markanten Gebirgszug der Dolomiten, zu denen als bekanntestes Bergmassiv der sogenannte "Rosengarten" gehört - eine fast acht Kilometer lange, schroffe Bergkette, deren höchste Gipfel über 3000 Meter aufragen.
Das vorliegende Gemälde "Gewitter über dem Rosengarten bei Bozen" schuf Slevogt Mitte Mai 1914 auf der Rückreise von seinem Italienaufenthalt in die Pfalz, als er in der Südtiroler Metropole Station machte. Neben diesem Werk entstanden in Bozen noch eine weitere Leinwandarbeit mit dem "Blick auf den Rosengarten" sowie mehrere Aquarelle. Im Mittelpunkt des künstlerischen Interesses lag das unmittelbare Festhalten der besonderen Licht- und Wettersituation: Wolken und Regen bestimmen das Bildgeschehen. Unter dem stark bewölkten Himmel entfaltet die Landschaft eine eher gedämpfte Stimmung. Spannungsreiche formale und farbliche Kontraste konnte Slevogt vor allem zwischen Vorder- und Hintergrund beobachten und umsetzen: Mit sicherem Gespür für den richtigen Bildausschnitt und souveränem Umgang mit Pinsel und Farbe stellte er die liebliche, noch südlich beeinflusste Hügellandschaft in seiner Nähe gegen die jäh emporragende Wildheit der Bergspitzen in der Ferne. Kontrapunktisch steht die diffuse Flächigkeit des äußersten Vordergrundes gegen die dynamische, mit pastosem Strichgestus rasch eingefangene Plastizität der Bergflanken. Dazwischen schiebt sich der massive Keil der dunkleren Hügelkette, deren scharfe Kontur sich wirkungsvoll gegen die hell aufleuchtenden Wolken- und Bergformationen des Hintergrundes abhebt. Schließlich sorgte Slevogt auch koloristisch für Spannung: Auf das lichte, fast transparente Grün der Wiesen folgt das schwere Braungrün des Mittelgrundes, dem wiederum das weißliche Blau der verregneten Berge ausdrucksvoll antwortet. Die skizzenhafte Malauffassung und der unruhige Gesamteindruck intensivieren die Dramatik des Gewitters über den Dolomiten und spiegeln zugleich die innere Erregung des Malers angesichts des Naturschauspiels.
Zusammen mit Lovis Corinth, Max Liebermann und Hans Purrmann gehört der 1868 in Landshut geborene und 1932 in Neukastel bei Landau gestorbene Max Slevogt zu den Hauptmeistern des deutschen Impressionismus. Neben zahlreichen Porträts und Motiven aus der Musik- und Theaterwelt wurde er vorrangig durch seine licht- und farbintensiven Landschaftsbilder bekannt. Die vorliegende, überaus qualitätsvolle Leinwandarbeit offenbart besonders augenscheinlich, wie Slevogt die spätimpressionistische Manier mit expressiven Elementen verknüpft und sich damit an der Schwelle zur modernen Stilsprache seiner Zeit bewegt.
(Andreas Gabelmann)

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